Durch die clevere Einbindung reversibler Wärmepumpen wird auf dem Papieri-Areal aktiv zur Netzstabilität beigetragen.
Das Schweizer Stromnetz arbeitet bei einer Frequenz von 50 Hz. Diese Frequenz verändert sich beim Zu- und Wegschalten von Stromproduzenten, wie Photovoltaikanlagen, oder Stromverbrauchern, wie Wärmepumpen. Bei kleinen Anlagen hält sich dieser Einfluss in Grenzen und es müssen keine Korrekturmassnahmen ergriffen werden. Dies ändert sich jedoch bei grösseren Anlagen wie beispielsweise einem Kraftwerk. Da ein Zu- bzw. Wegschalten so grosser Anlagen zu einer wesentlichen Frequenzveränderung führt, bei welcher das Stromnetz gar zusammenbrechen kann (analog zum Stromausfall in Spanien/Portugal im April 2025).
Damit die Frequenz nur innerhalb gewünschter Toleranzen von den angestrebten 50 Hz abweicht, kommt Regelenergie zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Anlagen, die jederzeit betriebsbereit sind und beispielsweise Strom aufnehmen, speichern oder direkt verwenden können.
Auf dem Papieri-Areal in Cham wird zurzeit die Integration in den Regelenergiemarkt umgesetzt. Aufgrund der cleveren hydraulischen Einbindung der reversiblen Wärmepumpen lässt sich das Energiesystem Wärme & Kälte sehr flexibel einsetzen.
Der überschüssige Strom wird aus dem Stromnetz zum Betrieb einer oder mehrerer Wärmepumpen verwendet. Die dabei produzierte Wärme wird prioritär auf dem Areal verbraucht bzw. sekundär zur Regeneration der Erdwärmesonden eingesetzt.
Dadurch erhöht sich der Anlagenwirkungsgrad, wobei gleichzeitig ein Beitrag zu einem stabilen Stromnetz geleistet wird.

